Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule Göttingen

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Überschaubar und beständig - Das Team-Kleingruppen-Modell

Überschaubar und beständig - Das Team-Kleingruppen-Modell

Unsere Schule besteht aus vielen unterschiedlichen Teams, die für ihren jeweiligen Bereich möglichst weitgehende Entscheidungskompetenzen haben. Dieses Modell wurde Anfang der 1970er Jahre für diese Schule entwickelt und das Schulgebäude wurde auch baulich an diesem Konzept ausgerichtet.

Die größten Einheiten sind die Jahrgänge. In der Sekundarstufe I bilden sie den räumlichen, personellen und organisatorischen Rahmen für jeweils ca. 180 Schülerinnen und Schüler sowie 12-15 Lehrkräfte. Mit einem eigenen Teamräumen für die Lehrer, Cluster, Klassen-, Freiarbeits-, Differenzierungs- und PC-Räumen sowie eigenen Entscheidungskompetenzen bzgl. Stunden- und Vertretungsplan, Schuljahresgestaltung und Investitionen funktionieren sie als kleine Schulen in der großen. Jährliche Wechsel gibt es nicht. Jede Stammgruppe bleibt die gesamte Zeit der Sekundarstufe I in ihrem Raum. und behält, wenn möglich, ihre Tutoren und Fachlehrer.

Jeder Jahrgang der Sekundarstufe I ist in sich in sechs Stammgruppen mit je 30 Kindern gegliedert, die sich wiederum aus jeweils fünf Tischgruppen zu je sechs Kindern zusammensetzen. Jede Stammgruppen wird von einem Tutorenteam aus mindestens zwei Lehrern begleitet. Der Fachunterricht im Jahrgang wird weitgehend durch die Kollegen des Jahrgangsteams, zu dem immer auch Sozialpädagogen und Förderschullehrer gehören, erteilt. Auch ihre Fachlehrer und Tutoren behält eine Stammgruppe, wenn möglich, über die gesamte Zeit der Sekundarstufe I.

Noch erlauben es uns die räumlichen und organisatorischen Gegebenheiten in der Sekundarstufe II nicht, dieses Konzept auch dort vollständig umzusetzen, aber auch hier gehören die Lehrer Überschaubaren und über mehrere Jahre beständigen Jahrgangsteams an.

Auch in anderen schulischen Aufgabenfeldern arbeiten wir in überschaubaren und eigenverantwortlich agierenden Teams. Dies gilt für die Kollegiale Schulleitung ebenso wie für die Sozialpädagogen in der Spielezentrale, die Verwaltung, die Bibliothek, die Hausmeister und die Mensa.

Heterogenität nutzen - Differenzierung in Tischgruppen

Heterogenität nutzen - Differenzierung in Tischgruppen

Unsere Schülerschaft ist repräsentativ für die Schülerschaft Göttingens. Sie bildet die Quoten der in Göttingen erteilten Schullaufbahnempfehlungen ab (derzeit ca. 65% Gmynasium, 25% Realschule, 10% Hauptschule). Jede Stammgruppe ist entsprechend zusammengesetzt mit einem ausgewogenen Verhältnis von Mädchen und Jungen. Unterrichtlich nehmen wir diese Heterogenität unserer Schülerschaft über die Arbeit in Tischgruppen auf. Jede Stammgruppe besteht aus fünf Tischgruppen mit je sechs Schülerinnen und Schülern Diese setzen sich nach folgenden Kriterien zusammen: 1. Leistungsheterogenität, 2. Geschlechterheterogenität, 3. Schülerwünsche (soweit möglich) und bilden eine in allen Fächern und über einen längeren Zeitraum (1/2 – 1 Jahr) stabile Lern- und Arbeitsgemeinschaft. Unser Unterricht ist so konzipiert, dass die Tischgruppen ständiger Bezugspunkt des unterrichtlichen Arbeitens sind. Als grundsätzliches Prinzip für eine Tischgruppenaufgabe gilt: Die Gruppe soll gemeinsam ein Ergebnis oder Ziel erreichen, wobei jedes Gruppenmitglied seinen Fähigkeiten entsprechend zu Arbeitsprozess und Präsentation beitragen kann. Dieser kooperative Ansatz führt dazu, dass schwächere Schülerinnen und Schüler von der Arbeit mit Stärkeren profitieren. Diese wiederum vertiefen und festigen ihre Fertigkeiten, indem sie Hilfestellungen geben.

Lernen braucht Beziehung - das Tutorenmodell

Lernen braucht Beziehung - das Tutorenmodell

Entwicklung braucht Zeit und Beziehung. Um unseren Schülern eine bestmögliche schulische Entwicklung zu ermöglichen, wird jede Stammgruppe von einem Team aus zwei bis drei Tutoren begleitet – im Idealfall eine weibliche und eine männliche Lehrkraft, die der Stammgruppe die gesamte Sekundarstufe I hindurch erhalten bleiben. Diese beiden Tutoren werden mit großer Stundenzahl in ihrer Stammgruppe eingesetzt und kennen die Schüler mit ihren Stärken und Schwächen so sehr genau. Dies ist Voraussetzung, um treffende und aussagekräftige Lernentwicklungsberichte schreiben zu können und den Schülern die passende individuelle Förderung zukommen zu lassen. Gemeinsam mit den Eltern arbeiten die Tutoren langfristig an der positiven Entwicklung der Kinder, durchleben Höhen und Tiefen mit ihnen und tragen auch so manchen Konflikt aus. Das Fazit am Ende der Sekundarstufe I lautet zumeist, dass alle Beteiligten an dieser gemeinsamen Zeit mit ihren vielfältigen Erfahrungen gewachsen sind.

Neben der unterrichtlichen Arbeit begleiten die Tutoren ihre Stammgruppe in den Arbeits- und Übungsstunden sowie in den wöchentlich stattfindenden Tutorenstunden. Durch den Einsatz eines Tutorenteams teilen sich die beteiligten Lehrkräfte die anfallenden Aufgaben und die damit einhergehende Verantwortung. Den Schülern stehen damit zwei mögliche Bezugspersonen zur Auswahl.

Lernen ohne Angst und Druck - Berichte statt Noten

Lernen ohne Angst und Druck - Berichte statt Noten

„Vernünftig Denken kann man unter diesen Bedingungen nicht mehr, auch nicht sich in andere Menschen hineinversetzen, Handlungen planen oder die Folgen einer Handlung abschätzen.“ (Hüther, G.: Wozu Angst?; www.sinn-stiftung.eu/downloads/wozuangstundwozuangstinderschule.pdf; 01.07.2011) So beschreibt der Neurobiologe Prof. Dr. Gerald Hüther die Folgen der automatischen Angstreaktion des menschlichen Gehirns. Schnell wird klar, dass schulisches Lernen, das all die oben genannten Fähigkeiten fördern und zur Anwendung bringen möchte keine Angstsituationen schaffen, sondern sie eben gerade vermeiden muss. Für uns heißt das: Schüler sollen an unserer Schule keine Angst haben, ständig ihr Fehler und ihr Versagen vor Augen gehalten zu bekommen. Stattdessen gilt es, sie in ihren Stärken zu loben und zu fordern und sie mit Blick auf ihre Schwächen zu unterstützen und zu ermutigen.

Konkret bedeutet dies für uns, dass alle Schüler bis zum Ende der Sekundarstufe I grundsätzlich in den nächsten Jahrgang vorrücken. Sitzenbleiben gibt es nicht. Bis zur Hälfte des achten Jahrgangs gibt es nicht einmal Noten. Die Schüler erhalten stattdessen Lernentwicklungsberichte, in denen ihnen ihre schulische und persönliche Entwicklung halbjährlich zurückgemeldet wird und die mit den Schülern und ihren Eltern gemeinsam besprochen werden. Dabei wird sehr wohl auch Kritik geübt, jedoch immer mit dem Ziel eine gemeinsame Perspektive zu entwickeln. Gespeist werden die Lernentwicklungsberichte neben den Beobachtungen der Tutoren durch die Fachrückmeldungen der einzelnen Fachlehrer, die diese mindestens zweimal im Halbjahr für ihr Fach geben und die im Lernordner des Schülers gesammelt werden. Auch der zuvor von den Schülern als Reflektion des vergangenen Halbjahres geschriebene Schüler-LEB bildet eine wichtige Grundlage für den Lernentwicklungsbericht.

Schule als Lern- und Lebensraum

Schule als Lern- und Lebensraum

Eine Schule muss mehr sein als ein Lern- und Arbeitsplatz. Nur wo wir uns gerne aufhalten, lernen wir auch gut. So bietet unsere Schule neben den Clustern der einzelnen Jahrgänge viele Bereiche und Flächen, die es Schülern und Lehrern ermöglichen, sich mit etwas anderem zu beschäftigen als mit Unterricht. Einen zentralen Platz hat dabei die Spielezentrale, von der aus unsere Sozialpädagogen Spiele ausleihen, eine Cafeteria betreiben, Disco, Teestube und Billardraum betreuen, Projekte organisieren, das Club- und Wahlangebot sowie die Mittagsfreizeit koordinieren, den Zirkus leiten und vor allem ständig als Ansprechpartner für Schüler, Lehrer und Eltern zur Verfügung stehen. Aber auch die großzügigen und kindergerecht gestalteten Außenflächen, das schuleigene Kino, die Musikübungsräume, die zur Mittagsfreizeit geöffnete Sporthalle mit Kletterwand und das offene Forum sorgen dafür, dass unsere Schüler nach Unterrichtsschluss die Schule nicht fluchtartig verlassen.

Auch die Lehrer verbringen hier viel Zeit über ihren Unterricht hinaus. Die Möglichkeit dafür bieten die kleinen übersichtlichen Teamräume, in denen jede Lehrkraft einen eigenen Arbeitsplatz hat, die aber ebenso zum Gespräch über den vergangenen Schultag bei einem gemeinsamen Kaffee einladen.

Gemeinsam statt nebeneinander - Elternarbeit

Gemeinsam statt nebeneinander - Elternarbeit

Enger Kontakt und Absprachen zwischen Elternhaus und Schule sind Voraussetzung, um einem Kind optimale Möglichkeiten für eine individuelle Entwicklung zu bieten. Wir als Schule wollen nicht gegen, sondern mit den Elternhäusern unserer Schüler für sie arbeiten.

Wir realisieren dies auf mehreren Wegen. Die sogenannten Tischgruppenabende sind fester Bestandteil unseres Schulkonzeptes in der Sekundarstufe I. Zwei- bis viermal pro Schuljahr treffen sich die Eltern und Schüler einer Tischgruppe bei einem Schüler zuhause und besprechen durchaus auch kritisch die Arbeitsprozesse und Entwicklungen der Tischgruppe sowie ihrer einzelnen Mitglieder. Die Schüler stellen ausgewählte Arbeitsergebnisse der Tischgruppe vor, die Eltern haben die Möglichkeit Fragen, Kritik, Wünsche oder Lob anzubringen. So entsteht ein intensiver Austausch, nach dem sich Eltern wie Tutoren ausgiebig informiert und beteiligt fühlen. Ergänzt werden diese Abende durch die Besprechung der individuellen Lernentwicklungsberichte, bei der Schüler, Eltern und Tutoren erneut in einen intensiven „Trialog“ treten. Darüber hinaus bieten Stammgruppen-Feiern, Projektfeste und Jahrgangselternabende zu besonderen aktuellen Themen die Möglichkeit zum ständigen Austausch.

Niemand ist eine Insel - außerschulisch Lernen und Kooperieren

Niemand ist eine Insel - außerschulisch Lernen und Kooperieren

„Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir!“ Wenn dieser Satz einen Sinn haben soll, dürfen Lernprozesse nicht auf die Schule beschränkt bleiben, sondern müssen eben auch im Leben stattfinden. Dazu nutzen wir einerseits das Landschulheim unseres Fördervereins „Haus Hoher Hagen“ bei Dransfeld, das Stammgruppen, Kursen, Zirkus und anderen Gruppen der Schulgemeinschaft jederzeit für Projekttage zur Verfügung steht.

Außerdem pflegen wir gute Beziehungen zu einer großen Zahl an Kooperationspartnern – von der Universität Göttingen über die Agentur für Arbeit bis hin zu international operierenden Konzernen. Regelmäßige Praktika in den Jahrgängen 9 und 12, vielfältige Austauschmöglichkeiten mit Schulen im europäischen und außereuropäischen Ausland sowie viele unterschiedliche kleinere Projekte stellen sicher, dass schulisches Lernen und gesellschaftliche Realität eng miteinander verflochten sind. Einen besonderen Platz nimmt dabei das Programm „International Education“ ein – ein Netzwerk europäischer Schulen, die gemeinsame Projekte vorbereiten und in gegenseitigen Besuchen verwirklichen.



Tischgruppenarbeit