Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule Göttingen

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Arbeits- und Übungsstunden

Hausaufgaben ohne Eltern – die Chancen steigen

Seit Pisa müsste es jeder wissen: Der Schulerfolg hängt sehr stark mit der Ausbildung der Eltern zusammen. Neben der allgemeinen bildungsfreundlichen Atmosphäre eines Haushaltes, dem Vorhandensein von Büchern, dem Vorbildverhalten der Eltern liegt ein weiterer Grund für diese Entwicklung in der Abhängigkeit der Schülerinnen und Schüler von den Eltern in der Frage der Hausaufgaben. Arbeits- und Übungsstunden in der Ganztagsschule machen die Kinder weitgehend unabhängig von der Hilfe ihrer Eltern. Schulische Arbeits- und Übungsstunden bedeuten: In der Schule wird gearbeitet. Lernprozesse brauchen neben der Erarbeitung neuen Stoffes auch Übungsphasen. Nachdem eine neue Rechenmethode vorgestellt worden ist, muss sie trainiert werden, damit sie „sitzt“. Auch Interpretationen zu Texten müssen immer wieder an neuen Vorlagen trainiert werden. Üblicherweise hat der Lehrer oder die Lehrerin im klassischen Unterricht wenig Zeit dafür, da immer wieder neuer Stoff vermittelt werden muss. Übungsaufgaben werden den Schülerinnen und Schülern dann als Hausaufgabe mitgegeben. Doch oft sind sie nicht in der Lage, diese Aufgaben selbstständig zu lösen. Eltern, Freunde oder Nachhilfelehrer müssen helfen, was auch dazu führt, dass Kinder ohne Unterstützung das Nachsehen haben. Hausaufgaben werden kurz vor der Schule von Mitschülern abgeschrieben – ein sinnloses Unterfangen,das nur dazu dient, nicht aufzufallen. Mit Lernen hat das nichts zu tun. Die Ganztagsschule hat den Vorteil, diese Übungen in der Schule anfertigen zu lassen, im Beisein von Lehrerinnen und Lehrern, die allen helfen können, die das nötig haben. So haben die Lehrkräfte gleich ein Feed-back darüber, wie effektiv die Einführungsphasen in den neuen Stoff waren. Sie erhalten Rückmeldungen,ob und wie viele ihrer Schülerinnen und Schüler in der Lage sind, das Gelernte auf neue Situationen und Aufgaben anzuwenden. Diese Erkenntnisse können Hausaufgaben nicht ermöglichen, weil niemand genau sagen kann, wie sie entstanden sind. Die Arbeits- und Übungsstunden in der Schule haben auch den Effekt, dass die Schülerinnen und Schüler sich gegenseitig helfen können. Die schwächeren Schüler verstehen die Erklärungen ihrer Mitschüler mitunter besser als die des Lehrers. Die leistungsstärkeren Schülerinnen und Schüler festigen ihr Wissen, indem sie es anderen mehrfach erklären. Im Klassenraum wird eine Pinnwand für die Arbeits- und Übungsaufgaben eingerichtet. Am linken Rand der Wand stehen untereinander Karteikarten mit den teilnehmenden Fächern (z. B. Deutsch, Mathe, Englisch, Geschichte, Naturwissenschaften). Jeder in der Klasse unterrichtende Kollege und jede Kollegin heften nun in die waagerechte Zeile neben ihrer Fächerkarte einen oder mehrere Arbeitsaufträge, die von den Schülerinnen und Schülern in einem bestimmten Zeitraum zu bearbeiten sind. Hierbei sollte nach Pflichtaufgaben und Zusatzaufgaben unterschieden werden, damit man die individuelle Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler berücksichtigen kann. Eine umständliche Abstimmung zwischen den Lehrerinnen und Lehrern ist nicht notwendig. Wenn Sie sehen, dass zu wenig Aufträge für die zur Verfügung stehende Zeit angeheftet sind, hängen sie noch einen dazu. Ist das Brett schon voll, ist es besser, sich mit eigenen Aufgaben zurückzuhalten. Neben diesen Arbeits- und Übungsaufgaben sollte auch immer eine Liste mit „Langzeitthemen oder-aufgaben“ hängen, auf die dann zurückgegriffen werden kann, wenn Schülerinnen und Schüler die wöchentlichen Arbeits- und Übungsaufgaben gelöst haben.

Zeitstruktur

Ideal ist es, wenn es an jedem Wochentag eine Arbeits- und Übungsstunde geben kann. Es ist sinnvoll, diese Stunden über den gesamten Tag zu verteilen, statt sie nur auf den Nachmittag zu legen. Sie können aus den Ganztagsstunden „finanziert“ werden, aber natürlich auch aus den ganz normalen Fächerstunden – dann müssen allerdings Absprachen im Lehrerteam getroffen werden, welches Fach wie viele Stunden in den Stundenpool gibt. Materialien zur Lösung dieser Aufgaben sollten im Klassenraum vorhanden sein. Während der Arbeits- und Übungsstunden ist eine Lehrerin oder ein Lehrer anwesend. Er oder sie kann den Schülern bei Fragen helfen. Betreffen die Fragen ein Themengebiet, das der Lehrer nicht beherrscht, so gibt er die Frage an die Mitschüler oder den betreffenden Fachlehrer weiter. Grundsätzlich sollten sich die Schüler und Schülerinnen erst einmal untereinander helfen. In diesem Zeitraum, in der die Kinder selbstständig und miteinander arbeiten, hat der Lehrer oder die Lehrerin Zeit, sich mit einzelnen Schülerinnen und Schülern zu beschäftigen. Hier können leistungsstärkere oder leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler auf ihrem individuellen Lernweg beraten werden.

Evaluation

Die Schülerinnen und Schüler richten einen Ordner für ihre Arbeits- und Übungsaufgaben ein, der im Regal neben dem individuellen Lernordner steht. In ihn werden alle Arbeitsergebnisse, sortiert nach Fächern, eingeheftet. Dies geschieht aber erst dann, wenn der entsprechende Lehrer oder die Lehrerin die Aufgaben nachgesehen hat. Für diesen Zweck können in der Klasse Postfächer für Lehrerinnen und Lehrer und auch für alle Schülerinnen und Schüler aufgestellt werden. Bearbeitete Aufgaben kommen in das Lehrerpostfach, nachgesehene werden in die Fächer der Schüler verteilt, die sie dann in ihrem Ordner abheften. Die Aufträge können von den Lehrerinnen und Lehrern schon in der Schule, während der Arbeits- und Übungsstunden nachgesehen werden.