Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule Göttingen

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MINT-Schule

Laudatio der Jury

anlässlich der Aufnahme in das Exzellenz-Netzwerk MINT-Schule Niedersachsen auf die


Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule Göttingen


„Man hätte Lust, wieder selbst Schüler zu sein“ – mit diesen Worten beschreibt die
Jury ihren Eindruck von der Georg-Christoph-Lichtenberg Gesamtschule. Der
Göttinger IGS mit insgesamt über 1.500 Schülerinnen und Schülern, davon fast
1.000 in der Sekundarstufe I, gelingt trotz ihrer enormen Größe das Kunststück, eine harmonische und wertschätzende Lernumgebung zu schaffen, in der sich jede
Schülerin und jeder Schüler wahr- und mitgenommen fühlt. Von Schulleitung,
Kollegium, Schüler- und Elternschaft geht dabei gleichermaßen eine mitreißende
Energie aus, die zu herausragenden Leistungen und überdurchschnittlichem
Engagement im MINT-Bereich führt.


Die Ideen für attraktiven, fächerübergreifenden und nachhaltigen MINT-Unterricht
sind dabei vielfältig und mit hohem Alltagsbezug nahezu überall im Schulleben
anzutreffen: So wird beispielsweise im Naturwissenschaftsunterricht – der wie an
Gesamtschulen üblich die Fächer Biologie, Physik und Chemie bündelt – das Essen
der schuleigenen Mensa auf seinen Nährstoff- und Vitamingehalt je nach
Zubereitungsform und Lagerzeit untersucht. Das Thema Kurvenberechnung wird in
den Physikraum verlagert und anhand eines Wasserstrahls veranschaulicht.
Bilingualer Unterricht in Biologie ebnet sprachlich begabten Schülerinnen und
Schülern den Zugang zu den MINT-Fächern. Die Mathewerkstatt ist mit
geometrischen Formen dekoriert, so dass selbst der gedankenverlorene Blick an die
Decke unbewusst zur Auseinandersetzung mit dem Fach beiträgt.Ebenso erwähnenswert sind die MINT-Profilklassen in den Jahrgängen 5 und 6
sowie die Vorreiterrolle der Schule bei der Einführung digitaler Medien. Als iPad-
Schule gehört der handliche Tablet-Computer im 8. Jahrgang zur festen
Lernausrüstung der Schülerinnen und Schüler und stärkt so konsequent ihre
Kompetenzen im IT-Bereich.


Ein methodisch-konzeptionelles Highlight stellt das hausintern entwickelte
Datenbanksystem zur Inventarisierung der umfangreichen naturwissenschaftlichen
Objektsammlung dar – allein der Bereich Chemie umfasst über 4.000 Gebinde,
insgesamt verfügt die Sammlung über rund 300.000 Einzelteile. Wenn Ihnen davon
nicht schwindlig wird, dann jetzt: Ein Versuch benötigt etwa zehn Einzelteile. Pro
Klasse und Doppelstunde arbeiten im Durchschnitt 15 Versuchsgruppen. Bei einer
Ganztagsschule mit vier Unterrichtsblöcken entspricht das 600 Einzelteilen täglich –
in einem NW-Raum. Bei 10 NW-Räumen, wie an der Georg-Christoph-Lichtenberg
Gesamtschule, macht das 6.000 Einzelteile am Tag und 30.000 in der Woche! All
das muss der Sammlung entnommen, nach der Nutzung gereinigt und wieder
eingeräumt werden – gemischt aus Biologie, Chemie und Physik, auch von
fachfremd unterrichtenden Lehrkräften. Spätestens jetzt wird deutlich, was für eine
unschätzbar wertvolle Hilfe und beeindruckende konzeptionelle Leistung das
Datenbanksystem ist.

 

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